Luftminenwerfer


 
 Beim Abschuss herkömmlicher Minenwerfer verrieten Rauch und Feuer den Standort des Werfers. Das zog feindliches Gegenfeuer auf sich, wobei auch die naheliegende Infanterie zu leiden hatte.
Als Lösung dieses Problems boten sich sogenannte "pneumatische" Werfer an.
Der benötigte Druck zum Abschuss der Mine wurde durch Pressluft aufgebaut. Abschussknall, Mündungsfeuer und Rauch entstanden dabei nicht.
Es lagen auch schon positive Erfahrungen der deutschen Armee mit Luftminenwerfern vor.

So wurden 1915 bei Ehrhardt & Sehmer 25 Stück 10,5 cm Luftminenwerfer des Typs M15 angekauft. Von weiteren Ankäufen wurde aber abgesehen, da es Lieferschwierigkeiten in Bezug auf die Munition gab, die Wirkung und Reichweite der Geschosse nicht zufriedenstellend war, und ständig Probleme mit der Ventileinrichtung auftraten.

Es wurden in der Folge 105 Werfer des Typs 15 cm M.15 von der Maschinenfabrik Esslingen angekauft. Weitere Käufe wurden zurückgestellt, da der 12 cm M.16 Luftminenwerfer der Metallwarenfabrik "Austria" in Brünn bessere Leistungsdaten aufwies.
Dieser Werfer war in fast jeder Beziehung den deutschen Modellen überlegen. Reichweite doppelt so groß (850 - 1000 m), Streuung wesentlich kleiner. Nur das Geschossgewicht war mit 5 kg um 1 Kilogramm geringer als das der anderen Systeme.
 Der 12 cm Luftminenwerfer M.16 stellte sich als sehr brauchbar heraus und war das am weitesten verbreitete Modell dieser Gattung. Ende 1917 sollen bereits 930 Stück an der Front im Einsatz gewesen sein. Dieses Modell wurde auch von der Firma Brand & L´Huillier in Brünn und der Brünner-Königsfelder Maschinenfabrik hergestellt.

Von der Firma "Austria" wurde 1915 vom Ing.Bartelmus nach dem gleichen Prinzip ein 20 cm Luftminenwerfer entwickelt.
Dieses Modell hatte von der Truppe aber nicht nur positive Rückmeldungen.
Grundsätzlich waren bei allen Luftminenwerfern die Kritikpunkte dieselben:
.) großer Bedarf an Pressluftflaschen
.) Schwierigkeiten bei der Wiederbefüllung der Falschen
.) geringe Wirksamkeit der Wurfminen
.) schlechte Dichtungen

Mit der Einführung des 26 cm M.17 Werfers wurde das Modell nicht mehr nachbeschafft.
 

 10,5 cm Luftminenwerfer m.15 System Ehrhardt & Sehmer

 
 
 
 

Es wurde ein Luftverteiler vorgeschaltet, um einen gleichbleibenden Druck zu gewährleisten.

An diesen Verteiler konnten mehrere Pressluftflaschen gleichzeitig angehängt werden.

 

8 cm Luftminenwerfer M.15

(System Roka-Halasz)

 
Die 58. Infanterietruppen-Division entwickelte eigenständig zwei Typen eines Luftminenwerfers. Einen 8 cm und einen 15 cm Luftminenwerfer System Rocka Halasz. Die ersten 20 Stück des 8 cm Werfers wurden sogar in einer Etappenwerkstatt hergestellt. Später erfolgte die Produktion beider Werfer in der Vereinigte Elektrische Maschinen A.G. mit Sitz in Budapest.
Beide Werfer nutzten das System der Abrissschraube. Es wurde eine Schraube in das Projektil eingesetzt. Diese hielt es in der Ausgangsstellung. Wenn der Luftdruck dahinter die entsprechende Stärke erreicht hatte, brach die Schraube und das Projektil wurde freigegeben. Die Schraube hatte unterschiedliche Kerben. Daher konnte der Bruch unterschiedlich angewandt werden.
 

 

 

 

 

12 cm Luftminenwerfer M.16

 

Vorderlader mit glattem Rohr, einfache Konstruktion.

Zur Erhöhung der Reichweite konnte am Hauptrohr noch ein Zusatzrohr angebracht werden.

 
 
 

Luftmine M.16

 
 

20 cm Luftminenwerfer System Bartlmus

 
 

   

Mit verlängertem Rohr, um die Reichweite zu erhöhen

 

 

 

20 cm Luftmine M.16

 

M.17 Luftminenzünder

 

 

 

 

15 cm Luftminenwerfer System ME

(Maschinenfabrik Esslingen)

 

 

Mit der 15 cm Luftmine M.15 geladen

In der ursprünglichen Ausführung mit rundem Manometer

 

Luftmine M.15

 
 
 

www.heeresgeschichten.at