SMS  Viribus  Unitis 

 
 

 Bewaffnung

 
 

 

 
 

  30,5 cm Drillingsturm

 
     
 

 
 

 

 

Die Hauptbewaffnung der Tegetthoff-Klasse stellten die 30,5 cm/L45 Geschütze dar. Untergebracht waren sie in Drillingstürmen in überhöhter Aufstellung.

Antrieb

Das Richten des Geschützes, nach Höhe und Seite, erfolgte durch Elektromotoren. Vier Gleichstrom-Turbodynamos zu je 300 kw und mit 120 Volt Netzspannung stellten die Stromversorgung sicher.
 

 

Turmschacht

Der Geschützturm lagerte drehbar im Turmschacht. Dieser war ein wasserdichtes Rohr, fest im Schiff eingebaut. Er reichte bis zum Doppelboden des Rumpfes wo sich auch das Fußlager befand. Dieses zentrierte den beweglichen Teil. Weiters liefen alle Versorgungsleitungen es Turmes ebenfalls durch das Fußlager.

F.Prasky, Die Tegettoff-Klasse, Verlag Österreich

   
   
 

Drehturm

Er bestand aus einer Stahlkonstruktion mit folgenden Etagen:

. Geschützplattform mit Panzerkuppel
. Umladestation
. Hauptaufzugswindenplattform
. Handwindenplattform
. Patronenplattform
. Geschoßplattform

 

 

F.Prasky, Die Tegettoff-Klasse, Verlag Österreich

   
 

Geschoßplattform

  Hier waren die 450 kg schweren Geschoße untergebracht.
   
 

Patronenbeladeplattform

  Mit Hilfe von Flaschenzügen wurden in den Munitionskammern die Patronen aus den Stellagen gehoben und dann zur Beladeöffnung des Turmschachtes gebracht.
 

Handwindenplattform

  Hier befanden sich die Aufzugsantriebe für die Reservenmunitionsaufzüge und die Kurbeln welche man zum Handbetrieb der Aufzüge brauchte. Mittels Handbetrieb wurden nur die Patronen (161 kg) befördert. Geschoße wurden beim Stromausfall nicht befördert. Man brauchte in diesem Fall die Bereitschaftsmunition auf der Geschützplattform auf. Der Handbetrieb des Munitionsaufzuges erforderte 8 Mann als Bedienung. 14 Mann brauchte man für den Antrieb des Turmes bei totalem Stromausfall. Die Rohre 1 und 3 bleiben in Betrieb, die übrige Mannschaft kurbelte.
 

Hauptaufzugswindenraum

  Hier befanden sich die Antriebe für die Hauptmunitionsaufzüge.
Weiters waren hier noch 3 Motorgeneratoren für die Höhenrichtung und die Regelung des Backsantriebes untergebracht.
Auch der Handbetrieb inklusive Kurbeln für den Backsantrieb und die Munitionsaufzüge finden sich hier.
 

Umladestation

  Dabei handelt es sich um ein Munitionsdepot unter der Geschützplattform, eine Art Zwischenspeicher.
 

Geschützplattform

 

Hier befanden sich die Geschützrohre und Geräte für das Laden, Richten und Abschießen. Die elektrischen Artilleriebefehlsgeräte waren auch hier untergebracht.
Auf zweistöckigen Ladewagen wurde die Munition aus den Aufzügen gebracht und hinter die verriegelten Rohre gefahren. Diese waren in Ladestellung (+2,5°). Die Verschlüsse wurden geöffnet und mit Setzern zuerst die Geschosse in die Rohre eingebracht.
Dann brachte man die Patronen auf dem Ladewagen in eine abgesenkte Stellung und mit Hilfe der Setzer ebenfalls ins Rohr.
Vorher wurde jedoch noch der Zündschraubenschutz der Patronen entfernt.
Die Verschlüsse der Geschützrohre wurden geschlossen.
Damit der Ladewagen nicht von den rücklaufenden Rohren getroffen wird, fuhr er in eine gesicherte Stellung.
Der Turm wurde nach den durch die Artilleriebefehlsgeräte angegebenen Werten eingestellt und war feuerbereit.
Abgefeuert konnte er sowohl händisch als auch elektrisch werden und zwar von der Artilleriezentrale aus, vom Turmkommandanten oder vom Geschützführer.
Die nach dem Schuss rücklaufenden Rohre wurden durch hydraulische Rücklaufbremsen gestoppt. Hatten sie die Endstellung erreicht, wurden sie durch Vorholer wieder in Ausgangsstellung gebracht und in die Ladestellung abgesenkt.
Nach dem Öffnen der Verschlüsse wurden die leeren Kartuschen automatisch ausgeworfen oder mit dem Patronenzieher entfernt. Gase wurden durch Rohrventelatoren entfernt. Mit Hilfe von Jolltauen wurden die ausgeschossenen Patronen durch drei Öffnungen im Boden der Geschützplattform auf das Deck entsorgt.
Die Bereitschaftsmunition befand sich in Stellagen zwischen den Setzern und umfasste 18 Panzersprenggranaten.

Elevation: Viribus Unitis und Tegettoff -4° bis +20° . Nach Einbau der Rohrkuppelung für die
äußeren Rohre -4° bis +16°, für das innere Rohr oder bei gekuppelten Rohren -3,5° bis +15,5°.
Szent Istvan und Prinz Eugen waren von Beginn an mit einer Rohrkuppelung ausgerüstet.

   
 

 

F.Prasky, Die Tegettoff-Klasse, Verlag Österreich

   
 

Ladewagen mit Kartusche und Granate. Am Boden der Granate sieht man den Schutz des Zünders, der nach dem Ansetzen entfernt wurde. (Modell Foto)

 

 

F.Prasky, Die Tegettoff-Klasse, Verlag Österreich

   
 

Geschützplattform

 

VM -Verschlussman,   BV - Backsvormeister,   RM - Richtmann,

   
 

Panzerkuppel

   
  Ihre Aufgabe war der Schutz der Geschützplattform. Sie bestand aus einer schrägen Frontplatte (200 mm), einer runden Vorderwand, den Seitenwänden und einer Rückwand. Weiters zwei schrägen Seitenplatten (150mm) und einer Decke (60mm). Es zeigte sich, dass die Kuppel in dieser Form nicht genug widerstandsfähig war. Daher wurde die Tragekonstruktion bei Tegettoff und Viribus Unitis verstärkt und bei Prinz Eugen und Szent Istvan überhaupt eine andere Tragekonstruktion für die Panzerplatten eingebaut.
Die gepanzerte Distanzmesserhaube befand sich auf dem Turmdeck und hatte drei Öffnungen die man mit gepanzerten Blenden schließen konnte.
Die Ein- bzw. Ausstiegsluke war hinter dem Turmhelm.
Auf den Trumdecken findet man auch die Pivotringe für die 7 cm Geschütze. Jeder Turm hatte drei Torpedoabwehrgeschütze. Diese verwendete man auch zum Abkommschießen. Das hatte den Vorteil, dass man 30,5 cm Munition sparte und auch die Kosten für das Seelenrohr, welches max. 200 Schuss aushielt und dann gewechselt werden musste. Ab 1914 brauchte man die 7 cm Kanonen nicht mehr zum Abkommschießen, man verwendete Schießsimulatoren. Wegen der immer häufiger werdenden Bedrohung aus der Luft wurden sie am Turm durch Ballonabwehrkanonen (BAG) ersetzt. 1917 hatte die Viribus Unitis je zwei BAG auf den Türmen II. und III. Die nicht mehr gebrauchten Pivotringe wurden entfernt.
Ein Turm war mit einem Turmkommandant (Offizier), 37 Artilleristen, 50 Deckmatrosen, einem Elektriker und einem Artilleriearbeiter besetzt. Insgesamt also 90 Mann. Diese Mannschaft war auch für die 7 cm Geschütze am Turm zuständig. Wurde mit diesen Geschossen, kletterte die Bedienung aus den Turmluken. Mit den 7 cm Geschützen konnte nur geschossen werden, wenn die Turmgeschütze nicht eingesetzt waren. Der Gasdruck wäre sonst zu hoch gewesen um die 7 cm Geschütze zu bedienen.
   
 

Turmgruppe der Prinz Eugen. Alle Pivotringe sind noch angebracht.
Die Reling ist gefechtsbereit umgelegt.
 

   

Viribus Unitis

   
 

30,5 cm Geschütz der Prinz Eugen

 

Turmgruppe der Tegetthoff feuert.

   
   
   
   
     
 

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